Lagerung gefährlicher Güter: Rechtliche Anforderungen 2026

Udo

21. Februar 2026

Die Lagerung gefährlicher Güter ist für viele Unternehmen Alltag, und trotzdem ein sensibles Thema. Gerade im Mittelstand, im Handwerk und bei KMU fehlt oft die Zeit, sich regelmäßig mit neuen Vorschriften zu beschäftigen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit, Dokumentation und Verantwortung. Ab 2026 gelten aktualisierte Regelwerke, die direkte Auswirkungen auf Lagerhallen, Umschlagsflächen und interne Prozesse haben. Wer hier nicht vorbereitet ist, riskiert Bußgelder, Produktionsausfälle oder sogar Gefährdungen für Mitarbeitende.

Dieser Artikel erklärt die rechtlichen Anforderungen bei der Lagerung gefährlicher Güter verständlich und praxisnah. Sie erfahren, welche Vorschriften 2026 besonders wichtig sind, wie Sie Sicherheit im Lager erhöhen und wie digitale Tools helfen, Aufwand und Kosten zu senken. Der Fokus liegt klar auf umsetzbaren Lösungen für mittelständische Unternehmen. Ziel ist nicht Perfektion, sondern ein sicherer, rechtskonformer und wirtschaftlicher Umgang mit gefährlichen Stoffen.

Rechtlicher Rahmen 2026: Diese Vorschriften zur Lagerung gefährlicher Güter müssen Unternehmen kennen

Die Lagerung gefährlicher Güter wird in Deutschland und der EU durch mehrere Regelwerke gesteuert. Für Unternehmen ist vor allem die Technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 510 zentral. Sie regelt die Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern. Dazu zählen Fässer, Kanister oder IBC. Die TRGS 510 legt fest, wie Stoffe getrennt oder zusammen gelagert werden dürfen, welche Mengen erlaubt sind und welche Schutzmaßnahmen notwendig sind.

Ab 2026 wirken zudem die Änderungen aus dem ADR 2025 stärker in die Lagerpraxis hinein. Zwar regelt das ADR primär den Transport, doch viele Pflichten betreffen auch Umschlag und Zwischenlagerung. Besonders relevant sind neue Vorgaben für Lithium- und Natrium-Ionen-Batterien. Diese Stoffe gelten als erhöhtes Brandrisiko und erfordern klare Lagerzonen, Temperaturkontrollen und Notfallpläne.

Neu ist außerdem, dass Verantwortung stärker personalisiert wird. Behörden achten vermehrt darauf, ob Zuständigkeiten klar benannt sind, etwa durch schriftliche Beauftragungen oder Organigramme. Auch die Gefährdungsbeurteilung muss regelmäßig aktualisiert und an neue Stoffe angepasst werden. Unternehmen sollten prüfen, ob interne Betriebsanweisungen noch dem Stand der Technik entsprechen.

Darüber hinaus spielen europäische Vorgaben eine größere Rolle. Einheitliche Kontroll-Checklisten sorgen dafür, dass Behörden genauer hinschauen. Für Unternehmen bedeutet das: Was im Lager passiert, muss nachvollziehbar dokumentiert sein. Unterschiedliche Auslegungen zwischen Regionen werden seltener, die Anforderungen dafür insgesamt verbindlicher.

Wichtige Regelwerke für die Lagerung gefährlicher Güter
Regelwerk Geltungsbereich Bedeutung für Unternehmen
TRGS 510 Nationale Lagerung Grundlage für Mengen, Zusammenlagerung und Schutzmaßnahmen
ADR 2025 EU-weit Neue Pflichten bei Batterien und Verantwortlichkeiten
IMDG-Code Seeverkehr Relevant für Hafenlager und Umschlag

Sicherheit im Lager: Organisation, Technik und Mitarbeitende bei der Lagerung gefährlicher Güter

Rechtliche Anforderungen sind eng mit dem Thema Sicherheit verbunden. Ein sicheres Lager beginnt bei klaren Strukturen. Gefahrstoffe müssen eindeutig gekennzeichnet sein. Außerdem sollten Lagerbereiche logisch aufgebaut sein. Fluchtwege, Feuerlöscher und Auffangwannen müssen jederzeit zugänglich bleiben.

Technische Maßnahmen spielen eine große Rolle. Dazu gehören Lüftungssysteme, Brandschutztechnik und geeignete Regalsysteme. Gerade bei entzündbaren Stoffen oder Gasen ist eine ausreichende Belüftung Pflicht. Für Batterien oder temperaturempfindliche Stoffe können zusätzliche Sensoren sinnvoll sein. Studien zeigen, dass technische Überwachungssysteme die Brandwahrscheinlichkeit in Lagern um bis zu 30 Prozent senken können.

Mindestens genauso wichtig sind die Mitarbeitenden. Schulungen sind keine lästige Pflicht, sondern ein zentraler Baustein der Sicherheit. Beschäftigte müssen wissen, wie sie Stoffe lagern, bewegen und im Notfall reagieren. Kurze, regelmäßige Unterweisungen sind oft wirksamer als lange Schulungen einmal im Jahr. Besonders effektiv sind praxisnahe Übungen direkt im Lager.

Ein häufiger Fehler in KMU ist die Vermischung von Lager- und Arbeitsbereichen. Das spart Platz, erhöht jedoch das Risiko. Klare Trennung sorgt deshalb für mehr Sicherheit und erfüllt die rechtlichen Anforderungen besser. Zusätzlich verbessert sie die Orientierung für neue Mitarbeitende und externe Prüfer.

Dokumentation und Kontrolle: Warum Nachweise immer wichtiger werden

Viele Beanstandungen bei Kontrollen entstehen nicht durch akute Gefahren, sondern durch fehlende oder unvollständige Dokumentation. Unternehmen müssen nachweisen können, was sie lagern, in welchen Mengen und unter welchen Bedingungen. Sicherheitsdatenblätter müssen aktuell und verfügbar sein. Veraltete Versionen gelten bei Prüfungen als Mangel.

Digitale Lösungen erleichtern diese Aufgabe enorm. Lagerverwaltungssoftware kann Gefahrstoffe automatisch erfassen, Mengen überwachen und Warnungen ausgeben. Außerdem messen Sensoren Temperatur oder Luftfeuchtigkeit und speichern die Werte. Das reduziert manuelle Arbeit und Fehler. Gleichzeitig lassen sich Trends erkennen, etwa bei wiederkehrenden Grenzwertüberschreitungen.

Ein weiterer Punkt ist die regelmäßige Kontrolle. Interne Audits helfen, Schwachstellen früh zu erkennen. Checklisten sorgen dafür, dass nichts vergessen wird. Ab 2026 werden einheitliche Prüfkriterien genutzt, was Vergleiche zwischen Unternehmen erleichtert. Wer diese Kriterien kennt, kann sich folglich gezielt vorbereiten.

Unternehmen, die bereits digital dokumentieren, sind klar im Vorteil. Sie sparen Zeit, reagieren schneller auf Probleme und bestehen Kontrollen entspannter. Zudem sinkt die Abhängigkeit von einzelnen Mitarbeitenden, da Wissen systematisch gesichert ist.

Wirtschaftlichkeit und Risiko: Warum Compliance Geld spart

Auf den ersten Blick wirken rechtliche Anforderungen wie ein Kostenfaktor. In der Praxis ist das Gegenteil der Fall. Unfälle, Brände oder Stillstände sind teuer. Dazu kommen Bußgelder und Imageschäden. Eine saubere Organisation der Lagerung gefährlicher Güter senkt diese Risiken deutlich. Laut Versicherern zählen mangelhafte Lagerbedingungen zu den häufigsten Schadenursachen.

Ein Beispiel aus dem Mittelstand: Ein Betrieb investiert in klare Lagerzonen und digitale Überwachung. Die Anfangskosten sind überschaubar. Im Gegenzug sinken Versicherungsprämien, Mitarbeitende arbeiten sicherer und Audits verlaufen reibungslos. Folglich spart das langfristig Geld und erhöht die Planungssicherheit.

Auch Nachhaltigkeit spielt eine Rolle. Weniger Verluste durch Leckagen oder Fehlbedienung bedeuten weniger Abfall. Das passt außerdem gut zu modernen Konzepten der Logistik und ergänzt Themen wie nachhaltige Logistiklösungen im Mittelstand. Compliance wird damit Teil einer ganzheitlichen Unternehmensstrategie.

Digitale Tools und praktische Umsetzung im Alltag

Die Umsetzung der rechtlichen Anforderungen muss nicht kompliziert sein. Viele digitale Tools sind speziell auf KMU zugeschnitten. Sie lassen sich schrittweise einführen und an bestehende Prozesse anpassen. Wichtig ist, klein anzufangen und die Mitarbeitenden früh einzubeziehen.

Ein sinnvoller Start ist eine digitale Gefahrstoffliste. Darauf aufbauend können Prüfintervalle, Schulungen und Wartungen geplant werden. Moderne Software erinnert automatisch an Termine und erstellt Berichte für Behörden. Das spart nicht nur Zeit, sondern erhöht auch die Verlässlichkeit.

Außerdem sind mobile Lösungen hilfreich. Mitarbeitende können per Tablet oder Smartphone Daten erfassen. Das spart Wege und erhöht die Akzeptanz. Besonders in größeren Lagern führt das zu spürbaren Effizienzgewinnen.

Wer sich mit Effizienz beschäftigt, sollte das Thema Lagerung gefährlicher Güter nicht isoliert betrachten. Es ergänzt Bereiche wie Logistikmanagement und digitale Prozesse im Handwerk. Eine gute Übersicht finden Sie auch im Beitrag zu nachhaltigen Logistiklösungen für den Mittelstand.

Ihr nächster Schritt zur sicheren Lagerung

Die rechtlichen Anforderungen bei der Lagerung gefährlicher Güter werden 2026 nicht einfacher, aber klarer. Für mittelständische Unternehmen liegt darin eine Chance. Wer seine Prozesse jetzt überprüft, schafft Sicherheit, spart langfristig Kosten und gewinnt Ruhe im Alltag.

Beginnen Sie deshalb mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme. Welche Stoffe lagern Sie? Sind Mengen, Kennzeichnung und Dokumentation aktuell? Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden regelmäßig und nutzen Sie digitale Hilfsmittel, wo es sinnvoll ist. Externe Beratung kann außerdem helfen, blinde Flecken zu erkennen.

Sicherheit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Prozess. Jeder kleine Schritt zählt. Unternehmen, die das Thema ernst nehmen, sind besser aufgestellt, rechtlich, wirtschaftlich und menschlich. Schließlich macht genau das nachhaltigen Erfolg in der Logistik und im Mittelstand aus.